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Mittwoch, 18. April 2007
Gelesen: Markus Spieker: Mehrwert - Glauben in heftigen Zeiten
Die in der letzten Zeit oft beschriebene "Rückkehr der Religion" ist beliebig und konsequenzenfrei. Es ist eine Rückkehr der Religion nur "als Mode und Möglichkeit", eine Folge der allgemeinen Retro-Welle, aber keine wirkliche Rückbesinnung auf einen Glauben, der Bindungskraft entfaltet.

Das ist die durchaus bedenkenswerte Ausgangsthese von Markus Spieker in seinem Buch Mehrwert - Glauben in heftigen Zeiten". Spieker, promovierter Historiker und Fernsehjournalist im ARD-Hauptstadtstudio in Berlin, nach eigenen Worten "aufgewachsen im Pfarrhaus, fromm evangelisch", hat auf 160 Seiten eine "Selbstvergewisserung" geschrieben, einen "Leitfaden für mich selbst und für alle, die nach demselben Weg suchen". Diese Selbstvergewisserung erschien dem Journalisten als jemand, der im Mediengeschäft seinen christlichen Glauben leben will, wohl notwendig.

Spieker fordert: "Wir brauchen nicht mehr Werte, sondern den entscheidenden Mehr-Wert: den christlichen Maßstab". Leider begibt er sich im zweiten Kapitel auf theologisches Glatteis. Die Bibel will er verstehen als "von Gott herausgegebene, lektorierte und weltweit vertriebene Botschaft" - eher jedenfalls denn als "identitätsstiftende Fabelsammlung frustrierter Exilanten und überhitzter Jesusjünger". Eine dritte, vermittelnde Möglichkeit kennt Spieker offenbar nicht. Mit vor Jahrhunderten bereits diskutierten Argumenten führt er Gottesbeweise, als wären sie neu und müssten jedermann einleuchten, geißelt im Vorübergehen die historisch-kritische Bibelauslegung sowie Theologen, die ihm zu "liberal" erscheinen. Zum Umgang mit Paul Tillich beispielsweise, einem protestantischen Theologen von weltweiter Bedeutung, hat Spieker nur den Ratschlag "Ignorieren geht über studieren" übrig.

Mehr als nur einen Ausrutscher erlaubt sich Spieker mit der Aburteilung der anderen monotheistischen Religionen in einem Nebensatz: "Die großen monotheistischen Religionen gehen alle auf denselben [sc. Gott] zurück (allerdings dann unterschiedliche Wege: der Islam nach christlicher Auffassung einen falschen, das Judentum einen unvollständigen)." Dass das Christentum die einzige wahre Religion ist, dieser Anspruch entspringt Spieker zufolge gerade dem Vergleich mit anderen Weltreligionen. Der Buddhismus erscheint ihm als "Philosophie der Resignation", der Islam als "Religion der Unterwerfung".

So dürfte sich für kritische Leser der Verfasser bereits im ersten Drittel des Büchleins selbst disqualifizieren, obgleich es ansonsten handwerklich gut und stilistisch schwungvoll geschrieben ist und sowohl durch Glaubenseifer einerseits wie durch bemerkenswerte Selbstkritik andererseits (die aber auch Methode sein kann) besticht. Wer die Lektüre dennoch nicht scheut und sich von Spieker Denkanstöße holen will, wie die "Technik der Liebe" beschaffen ist, die der Autor als Glaubens- und Lebenspraxis für die Gegenwart empfiehlt, der sollte keine Scheu vor Anglizismen haben, die er teilweise inflationär benutzt.

Zumindest kann Spiekers Glaubens-Essay als Zitaten- und Aphorismenschatz herhalten. Spieker hat viele Bonmots großer Gewährsleute verarbeitet, angefangen von der Bibel über Soziologen, Psychologen, Philosophen und Dichter bis hin zu zeitgenössischen Schriftstellern und Erzeugnissen der Popkultur. Wer in der aktuellen Reformdebatte belesen erscheinen will, dem eröffnet sich hier eine Fundgrube.

[Diese Rezension ist in gekürzter Fassung auch im Evangelischen Kirchenboten Nr. 15/2007 erschienen.
alexebel, 18:10h

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